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Jakob Friedl
Vier von Jakob Friedl gebaute Roboter: ein sechseckiger Kampfroboter, ein Vierbeiner, ein Mecanum-Rover und ein RC-Car mit Bordrechner

Embedded Systems und Roboter-Prototypen

Ich baue funktionierende Prototypen: Firmware, eigene Elektronik und die Mechanik drumherum. Freiberuflich, in Wien.

Firmware · Elektronik · Motorregelung · ROS 2

wien, österreich

Was ich mache

  • Firmware und Motorregelung

    ESP32 und ESP32-C6, Teensy, ESP-IDF, Zephyr, PlatformIO. Geschlossene Regelkreise mit Quadratur-Encodern, PWM-Endstufen, CAN und BLE.

  • Systemarchitektur für Prototypen

    Die Entscheidung, was wo läuft. Welcher Prozessor, welcher Bus, welche Teile Timing einhalten müssen und welche nicht. Meist die Entscheidung, an der der Rest hängt. Bei Projekten mit mehreren Beteiligten gehört dazu, die Arbeit so zu schneiden, dass parallel gearbeitet werden kann.

  • Eigene Elektronik

    Schaltplan und Layout für Motortreiber und Sensor-Frontends, samt der Firmware, die darauf läuft.

  • Robotersoftware

    ROS 2 und micro-ROS, Simulation in Gazebo, SLAM und Navigation, Behavior Trees für die übergeordnete Logik.

  • Maschinendaten

    Eigene Zigbee-Sensoren über MQTT in eine TimescaleDB, Python-Verarbeitung auf Edge-Geräten, Grafana-Dashboards darüber.

Ausgewählte Projekte

Sechs Projekte, die die Bandbreite zeigen: Wettbewerbsroboter, eine begutachtete Firmware-Architektur, Leiterplattenentwicklung, Plattform-Integration und ein Assistenzgerät.

Sechseckiger Kampfroboter mit ArUco-Markern auf dem Deckel, Omni-Rädern und einer horizontalen Waffenwalze

Autonomer Kampfroboter · 2025–26

Perceptron

RoboFetz ist ein Wettbewerb für Kampfroboter, und fast alle Teilnehmer werden ferngesteuert. Perceptron war einer der ersten vollständig autonomen Roboter, die dort angetreten sind.

Ich habe das Projekt geleitet: fünf Leute, ein fixer Wettbewerbstermin und Arbeit quer über Mechanik, Elektronik, Firmware und Autonomie. Von mir stammt die Systemarchitektur: was am Mikrocontroller läuft, was außerhalb, was Timing einhalten muss. Daraus habe ich Aufgaben geschnitten, die einzeln bearbeitet werden konnten. CAD und Firmware sind meine. Die eigene SMD-Platine habe ich begonnen und an einen Teamkollegen übergeben, der sie fertiggestellt hat.

Drei Omni-Räder ergeben einen holonomen Antrieb, jeder Motor im geschlossenen Regelkreis aus der inversen Kinematik der Radanordnung. micro-ROS hat keinen Bluetooth-LE-Transport, also habe ich einen geschrieben, auf der Firmware- wie auf der Agent-Seite. PID-Parameter und Drehrichtung lassen sich im Betrieb per ros2-param-Aufruf ändern und überstehen einen Neustart. Die Autonomie läuft über Behavior Trees und ein künstliches Potenzialfeld, die Pose liefern ArUco-Marker auf dem Deckel.

RC-Car-Chassis mit Raspberry Pi, Antennen und Akku, von oben fotografiert

Austrian Robotics Workshop 2025 · 2025

Echtzeit-Kinematik am Mikrocontroller

Ein Fahrzeug kann einer Trajektorie nicht folgen, wenn die Stellbefehle zu spät ankommen. Auf einem gewöhnlichen ROS-2-Rechner ohne Echtzeiterweiterung passiert genau das gelegentlich.

Ich habe die Ackermann-Kinematik auf einen ESP32-C6 mit RTOS verlagert, damit der zeitkritische Teil nicht mehr vom Host abhängt. Die Parameter liegen persistent am Mikrocontroller, die Motorregler sind ODrive-Einheiten und werden über CAN angesprochen.

Veröffentlicht gemeinsam mit Markus Bader beim Austrian Robotics Workshop 2025. Die Firmware ist öffentlich.

Derselbe Unitree Go2 in zwei Konfigurationen: liegend nur mit Bordrechner und Antennen, stehend mit montiertem SO-101-Greifarm

Plattform-Integration · laufend

Unitree Go2 mit eigenem ROS-2-Stack

Ein Unitree Go2 Pro, ausgebaut zu einer Entwicklungsplattform. Die Basis-Hardware kommt von Unitree, alles darüber stammt von mir. Ab Werk hört der Roboter auf eine Handy-App; ich habe mir Root-Zugriff verschafft, sodass ROS 2 direkt auf dem Roboter läuft, mit einem zusätzlichen Bordrechner für alles, was die Serienhardware nicht trägt.

Der Rücken ist eine Aufnahme für wechselnde Aufbauten und keine feste Konfiguration. Derzeit sitzt dort ein SO-101-Arm für Teleoperation. Genauso lassen sich ein 3D-Scanner, ein anderer Sensor oder ein sonstiger Aufbau montieren.

Nav2 für die autonome Navigation, dazu die Betriebsschicht, die einen Roboter außerhalb der Werkstatt brauchbar macht: ein VPN, über das er von überall erreichbar ist, Fernzugriff für Inbetriebnahme und Fehlersuche, und Introspektion, um im Betrieb zu sehen, was er gerade tut.

Laufende Arbeit. Er war bereits mehrfach im Einsatz.

Oranger Mecanum-Rover mit offen liegender Elektronik, Tiefenkamera und LiDAR-Modul

Modulare mobile Roboterplattform · 2022–24

Roboost

Eine mobile Roboterplattform, die ich gebaut habe, um nicht für jedes Chassis denselben Code neu zu schreiben. Kinematik, Motorregelung und Hilfsfunktionen sind eigene C++-Bibliotheken, sodass dieselbe Firmware einen Mecanum-Antrieb, einen Differentialantrieb, einen Swerve-Antrieb oder ein Ackermann-Fahrzeug bewegt.

Mechanik in SolidWorks, eine Gazebo-Simulation mit slam_toolbox für die Navigationsarbeit und Sensorfirmware, die LiDAR- und IMU-Daten nach ROS 2 liefert. Die beiden Trägerplatinen, eine für vier Motoren und Encoder und eine für die Sensorik, waren meine ersten Leiterplatten. Überwiegend Steckverbinder und Pegelwandlung, aber daran habe ich den Ablauf gelernt.

3D-Ansicht einer dreiphasigen BLDC-Treiberplatine mit drei Gate-Treibern, Speicherdrosseln und Phasenanschlüssen

Leiterplattenentwicklung

Bürstenloser Motortreiber

Eine dreiphasige Endstufe für bürstenlose Motoren: Schaltplan, Layout und die Regelungsfirmware.

6–30 V Eingangsspannung, drei Halbbrücken mit je eigener Ansteuer- und Inhibit-Leitung, ein 5-V-Buck-Wandler an Bord und Phasenerfassung über I²C. Obenauf sitzt ein Teensy und übernimmt die Kommutierung.

3D-Ansicht einer ATmega-Platine mit dem Aufdruck Distance to Sound, vier Ultraschall-Steckern und USB-C-Buchse

Assistenztechnik · Nov. 2023

Ultraschall-Assistenzsystem

Distance to Sound: eine ATmega-Platine, die vier Ultraschallsensoren ausliest und deren Messwerte in Töne umsetzt, damit Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer hören, wie viel Platz um sie herum bleibt.

Vier Sensoranschlüsse, ein Umschalter zwischen USB-C und externer Versorgung sowie ein ISP-Header zum Neuprogrammieren im eingebauten Zustand.

Hintergrund

Robotikforschung und Lehre an der TU Wien, davor Fertigungstechnik, darunter eine HTL-Ausbildung in Mechatronik.

  1. März 2025 – Juni 2026

    Universitätsassistent

    TU Wien, Automatisierungssysteme

    micro-ROS und Echtzeitregelung auf ressourcenbeschränkter Hardware. Gemeinsam mit dem Professor die Lehrveranstaltung „Introduction to Mobile Robotics“ aufgebaut und die vertiefende Lehrveranstaltung „Mobile Robotics“ betreut, in der es um Partikelfilter und EKF-SLAM geht.

  2. Sept. 2023 – heute

    Robotikentwickler & IT-Consultant

    Jakob Friedl e.U.

    Freiberufliche Robotik- und Embedded-Entwicklung.

  3. März 2023 – Feb. 2025

    Projektassistent

    IFT, Institut für Fertigungstechnik

    Fertigungstechnik und photonische Systeme. Dazu den Datenweg von MQTT in die TimescaleDB gebaut, veröffentlicht als drei Pakete auf PyPI.

  4. Juli – Aug. 2022

    F&E-Praktikant

    DS AUTOMOTION GmbH

    Autonome Fahrzeugsysteme.

  5. Juli – Aug. 2021

    System Engineer

    KUKA

    Industrierobotik und Automatisierung.

Publikation

A Modular and Configurable Architecture for ROS 2 Hardware Integration with micro-ROS

Friedl, J. & Bader, M.

ARW Proceedings 25(1), 121–122 · 2025

Zur Publikation

Ausbildung

  • BSc, TU Wien
  • HTL Wels. Mechatronik, Robotik und Automatisierung. Reife- und Diplomprüfung, 2020.

Engagement

  • VP Robotics, TU Wien Robotics Club
  • Mitgründer, Technology Hub Vienna

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